Eine Zugfahrt, die ist lustig..., so könnte man unsere Dampfzugfahrt am 25.
September überschreiben. Endlich hat die Fahrt, auf die wir viele Wochen lang
hingearbeitet haben, stattgefunden, und da waren sich alle einig: sie war ein
wunderschöner Erfolg. Das Wetter spielte mit, ein strahlend blauer Himmel und sommerliche
Temperaturen lockten die Einwohner des Lumdatales an die Strecke und auf den Bahnhof von
Mainzlar, wo die fast 70 Jahre alte Güterlokomotive mit den Wagons aus den sechziger
Jahren schon sehnlich erwartet wurde, als sie gegen 13Uhnr 30 schnaubend und stampfend mit
einer kleinen Verspätung einfuhr. Michael Laux hatte den Bahnhof noch verschönert,
gesäubert und den Rasen gemäht, Christian und Felix hatten Tische und Bänke und einen
Stand für Information und Kartenverkauf aufgebaut. Die Freiwillige Feuerwehr war vor Ort,
um die Lok aufzutanken. Der Bürgermeister von Staufenberg, Herr Peter Gefeller, und sogar
die Landrätin, Frau Anita Schneider, standen bereit. Ja, es war ein großes Ereignis, denn
seit fast 40 Jahren war keine Dampflokomotive mehr im Lumdatal gefahren. Es war im
wörtlichen und im übertragenen Sinne „ein ganz großer Bahnhof“.
Während die Lokomotive auf den Gleisen der Didierwerke umgesetzt wurde (danke an die
Verantwortlichen, die sich kooperativ zeigten) und dann von der Feuerwehr frisches Wasser
erhielt (zum ersten Mal ein Einsatz, bei dem Wasser nicht gegen Feuer verspritzt, sondern
für Feuer eingefüllt wurde), gab es viel Gelegenheit zum Staunen und zum Fotografieren.
Dann hieß es einsteigen und ab ging es nach Gießen.
Die Eisenbahnfreunde Treysa, hatten für uns eine solche Kombifahrt aus Ausflug für ihre
nordhessische Klientel und Pendelfahrten für das Lumdatal arrangiert, damit die Fahrt für
uns bezahlbar wurde (wir mussten die Anfahrt des Zuges nicht extra bezahlen). Zwar ist
noch nicht alles abgerechnet, aber ich denke, dass alle auf ihre Kosten kamen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen aktiven Vereinsmitgliedern und Mitgliedern der
Lumdatalbahn AG bedanken, denn da mussten Plakate gestaltet und verteilt werden, da
mussten Reklame gemacht, Artikel geschrieben, Stände auf dem Schmaadleckermarkt und in
der Kongresshalle aufgebaut und besetzt werden, da mussten Fahrkarten auf den Bahnhöfen in
Mainzlar und Gießen verkauft werden. Von allen, die mitgearbeitet haben, möchte ich
stellvertretend zwei herausheben: Michael Laux, der die ganzen technischen Fragen mit den
Treysaern geklärt, das Umsetzen der Lok in den Didierwerken vorbereitet und die Feuerwehr
gewonnen hat und Christian Klein, der nicht nur die ganze Arbeit des Vorverkaufes
abgewickelt hat, sondern auch immer bereit war, bei Transporten zu helfen, zu fahren,
aufzubauen, also, die ganze Muskelarbeit mitgemacht hat, ohne die es nicht geht und für
die es nicht immer leicht ist, jemanden zu gewinnen. Nochmal Extra-Danke an Christian und
Michael.
Und nun noch einmal zurück ins Lumdatal. Auch die zweite Fahrt von Gießen nach Mainzlar
war gut ausgelastet. Auch sie wurde an der Strecke gesäumt von Spaziergängern und
Radfahrern, die begeistert winkten und immer wieder fotografierten. Ein historischer
Traktor versuchte an manchen Stellen, mit der Lok um die Wette zu fahren. Einige Menschen
stürmten sogar die Gleise, was für den Lokführer nicht einfach war, er musste energisch
pfeifen, um den Weg frei zu machen. Man hatte fast das Gefühl, es finde ein großes
Volksfest im Lumdatal statt. Die Begeisterung schlug sich dann auch in einigen Artikeln in
den Zeitungen nieder und führte auch dazu, dass wir einige neue Mitglieder gewinnen konnten.
Damit haben wir zwei große Ziele erreicht. Wir wollen unser Satzung gemäß historisches
Eisenbahnmaterial auf der Strecke vorstellen, das haben wir mit dem Schmaadlecker-Shuttle
am 4. Sept. und jetzt mit dem Dampfzug in hervorragender Weise bereits in unserem ersten
Vereinsjahr geschafft. Zum Zweiten wollen wir den Menschen die Bedeutung des öffentlichen
Nahverkehrs als Beitrag zum Umweltschutz nahebringen. Auch das ist diesmal in
hervorragender Weise gelungen. Fast spielerisch und mit großer Freude haben die Menschen
wieder einmal Züge erlebt. Dass auch einige Politiker an dem Ereignis teilgenommen haben,
lässt uns hoffen, dass der Zukunftswunsch, dass einmal wieder regelmäßig Züge auf dieser
Strecke verkehren, keine Utopie mehr ist.
In diesem Sinne: Auf, mit Volldampf ins zweite Vereinsjahr!
Das wünscht sich Eure Christa Becker.